Wie hat alles begonnen…

…im letzten Jahrtausend?

Die Gründung unseres Fördervereins im Mai 1999

(Michaela Taghi Aghdiri ) Immer wieder hielten sich Gerüchte, dass unser Schwimmbad geschlossen werden sollte, weil es nicht mehr rentabel war (was es übrigens nie war).

Die Sorge darum trieb uns alle um. Mit meinem Nachbar Jürgen Müller führte ich darüber viele Gespräche auf der „Gartenmauer“ vor unseren Häusern. Diese Gespräche führten letztendlich im Mai 1999 zur Gründung des Fördervereins Schwimmbad. Durch Mundpropaganda und Veröffentlichungen in der Presse lud ich am 20.05.1999 zur Vereinsgründung ins Rathaus Obergrombach ein. Der damalige Ortsvorsteher Harry Schott fragte mich unmittelbar vor der Sitzung im Treppenhaus des Rathauses: Hast Du Deine Mannschaft zusammen?

Bis jetzt machen Jürgen Müller und ich mit, der Rest wird sich finden, so etwa lautete meine Antwort. Heute wundere ich mich selbst ein bisschen, wie viel Gottvertrauen ich wohl hatte. Aber die Auftaktveranstaltung gab mir recht. Der Rathaussaal war voll besetzt und am Ende der Sitzung war die „Mannschaft“ bzw. „Frauschaft“ komplett. Alle standen – genau wie wir – mit Herzblut hinter der Sache. Es folgten die formalen Dinge wie Satzung, Eintrag in Vereinsregister etc.

Während wir in Obergrombach rückhaltlose Unterstützung erfahren durften, waren in der Gesamtstadt Bruchsal durchaus nicht alle von unserer Idee angetan. Auch im Gemeinderat gab es Stimmen, die das Bruchsaler Schwimmbad als ausreichend für die Gesamtstadt ansahen und für die unser Obergrombacher Bad nur ein finanzieller Klotz am Bein war. Aber wir alle wussten um die Bedeutung unseres Bades, nicht nur für das Freizeitvergnügen sondern auch um die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts, des Treffpunktes für Kinder, Jugendliche, Familien.

Es folgten viele Diskussionen im Gemeinderat (dem ich damals angehörte), mit der Stadtverwaltung und mit den Stadtwerken Bruchsal. Unsere Ansprechpartner dort waren Herr Solberg und Herr Koch. Mit Herrn Solberg ließen sich treffliche Streitgespräche führen, Rede und Gegenrede schenkten sich nichts. Es lag nun an uns, die entsprechenden Personen und Institutionen von der Ernsthaftigkeit und Beharrlichkeit zu überzeugen. So brachten wir uns von Anfang an mit Arbeitsleistungen im Bad ein. Nach und nach wurden mit großer Unterstützung der Mitglieder Hecken geschnitten, Blumenrabatte ausgegrast und neu bepflanzt, Bäume gefällt und und und….

Eine große Hilfe war uns damals Armin Butterer, der als Landschaftsgärtner das nötige Know how besaß und vieles koordinierte. Er wusste, welche Bäume fallen mussten, welche Pflanzen an welchem Standort wuchsen, wie die Hecken verjüngt werden konnten.

Wir suchten (und fanden)  Badeaufsichten, Kioskpächter, Reinigungspersonal. Es wurden Spiel- und Spaßnachmittage angeboten, Wassergymnastik, Live-Musik und vieles mehr. Durch eine Spende des Jugendclubs Obergrombach konnte ein Kickerkasten angeschafft werden. Überhaupt konnte vieles durch Spenden finanziert werden. Da verzichteten BürgerInnen auf Geburtstagsgeschenke und baten um eine Spende für das Schwimmbad, es wurden Erlöse von der Bewirtung beim Faschings-Nachtumzug gespendet, Kinder gingen singend mit Spenderkassen beim Burgfest  umher, Möbel und Sonnenschirme für die Außenanlage wurden gespendet und vieles mehr. Diese große Unterstützung gab viel Kraft für die teilweise anstrengenden Gespräche und Diskussionen, stärkten aber auch ungemein die Forderung nach einer Sanierung unseres Bades.

Selbstverständlich liefen die Eigenleistungen des Vereins in der ganzen Zeit weiter, im Frühjahr war  fast jedes Wochenende Arbeitseinsatz mit 10 – 20 Personen, viele kleinere Arbeiten wurden auch ständig während der Woche nach Freibadschließung erledigt. Es gab nie einen Durchhänger bei den vielen Helfern, alle waren immer ansprechbar und arbeitsbereit.

Ende 2007 war es dann endlich soweit – der Aufsichtsrat der Stadtwerke gab die Empfehlung an den Gemeinderat, das Schwimmbad zu sanieren.

Am Burgfestmontag, 21.07.2008, bat mich Herr Koch ins Schwimmbad, um die Eigenleistungen des Fördervereins zur Sanierung zu besprechen. Die Forderungen waren enorm: Innerhalb einer Woche sollten wir das Gelände für den Beginn der Sanierungen vorbereiten: Das hieß Hecken, Bäume, Büsche entfernen, Gitter und Drehkreuz abbauen, die alte Metallrutsche abmontieren….

Eigentlich eine Nummer zu groß für uns Amateure in der kurzen Zeit.

Aber es war sofort klar, dass dies eine Art Prüfung für uns war. Würden wir es schaffen?

Gemeinsam mit Armin suchten wir beim Burgfest, wo sich zum Glück der ganze Ort versammelt hatte, Helfer. Und wieder einmal hat uns die Resonanz total überwältigt: Wir bekamen keine Absagen aber viel Unterstützung. Die größte Unterstützung wurde uns durch die Baufirma Janzer zuteil. Sie rückten mit zwei Baggern an und schafften in Stunden, wofür wir Tage gebraucht hätten. Selbstverständlich stand auch eine große Anzahl von Helfern bereit, so dass es ein riesiges Gewusel auf dem Gelände war. Nach einer Woche konnten wir stolz vermelden: Arbeit erledigt! Es musste keine Fristverlängerung beantragt werden. Selbstverständlich waren wir weiterhin präsent und halfen mit, wo immer es nötig und möglich war. Wir haben den Spielplatz saniert, Rollrasen gelegt, die Blumenbeete frisch angelegt, den Hang zur Straße hin von Brombeergestrüpp befreit. Es war eine riesige Kraftanstrengung, die wir am 06.06.2009 endlich mit der Wiedereröffnung des Bades nach erfolgreicher Sanierung feiern konnten. Nahezu die gesamte Einwohnerschaft war im Schwimmbad, als Pater Waldemar Janzer von der kath. Kirche und Dr. Andreas Wicke von der evang. Kirche das Bad mit Weihwasser aus dem Petersdom einsegneten. Das Weihwasser hatten Mitglieder des Musikvereins Eintracht „organisiert“, die in der Nacht vor der Wiedereröffnung von einem Besuch in Fabriano/Italien zurückgekehrt waren und sich bei einer Papst-Audienz das kostbare Nass besorgten…

Gemeinsam mit OB Doll, Ortsvorsteher Jens Skibbe und Stadtwerke-Chef Solberg (mit dem mich inzwischen ein sehr gutes, fast freundschaftliches Verhältnis verband) konnte ich dann das Absperrband durchtrennen und so den Startschuss für den Badebetrieb geben. An diesem Tag haben wir noch lange gefeiert.

Als Fazit bleibt festzustellen: Es ist vieles machbar, wenn man es gemeinsam angeht. Eine Person allein hätte nie schaffen können, was so viele solidarisch geschafft haben.

Das erfüllt mich noch heute mit Dankbarkeit und Stolz für alle, die für diesen Traum gekämpft und ihn letztendlich wahr gemacht haben.

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